München - Ohne Helfer geht auf der Wiesn nichts. Wir begleiten Bedienung Vroni (25) beim Bierkrüge stemmen und Hendl jonglieren. Wie viel Kilometer schafft sie in den 17 Tagen?

Wiesn-Bedienung Vroni
Wie weit läuft eigentlich eine Wiesn-Bedienung in 17 Tagen Oktoberfest? Die tz macht mit Vroni (25), Bedienung im Hofbräuzelt, den Praxis- Test: Sie trägt die ganze Wiesn über einen Schrittzähler, der an ihrer Schürze befestigt ist. Das Gerät erfasst jeden Schritt, den Vroni zurücklegt – und rechnet die Anzahl in Kilometer um. Allein am ersten Wiesn-Samstag ist Vroni 12,3 Kilometer gelaufen – von der Essensausgabe bis zu ihrem Bedienungsbereich auf der Empore.
„Ich hab mir schon gleich die erste Blase gelaufen – aber das gehört dazu“, erklärt die 25-Jährige. Seit dem ersten Wiesn-Tag misst die tz jeden Tag Vronis aktuellen Kilometerstand. Mal sehen, wie weit die Wiesn-Bedienung bis zum Ende des Oktoberfests gekommen ist…
Nach über zehn Stunden Hendl- und Masskrügeschleppen zeigte der Schrittzähler gestern: 12,5 Kilometer legte Wiesn-Bedienung Vroni (25) im Hofbräuzelt zurück! „Das war echt anstrengend“, sagt sie – aber es gab auch kräftig was zu lachen: Mehrere russische Schönheiten räkelten sich auf der Empore für ein Fotoshooting.
Als eine der Damen die Treppe wieder runterging, brachen beide ihrer 12 Zentimeter hohen Absätze ab. „Die Frau sammelte die Absätze ein und lief mit den Schuhen in der Hand davon. Wir Bedienungen haben uns prächtig amüsiert!“
Für Trubel sorgte jedoch eine 30-köpfige Reisegruppe aus Dänemark, die im ganzen Zelt nach ihren reservierten Tischen suchte. „Bei uns standen sie nicht auf der Reservierungsliste“, erzählt Vroni. „Erst als ihr Reiseleiter herumtelefoniert hat, kam heraus, dass sie im Zelt nebenan reserviert hatten und erst am nächsten Tag bei uns sind.“
Am Mittwochabend zeigte der Schrittzähler 11,8 Kilometer an! „Es war ganz schön viel los“, erzählt Vroni. Ob Italiener, Amerikaner, Dänen oder Engländer – fast alle Nationalitäten waren vertreten. „Die meisten bestellen Hendl oder Haxn – wie gut, dass ich Englisch kann und auch ein paar Jahre Französisch in der Schule hatte …“
16,8 Kilometer zeigte der Schrittzähler am Donnerstagabend an – bislang ist das der Rekord von Vroni, Bedienung im Hofbräuzelt! „Ich hab zu Hause erstmal ein Fußbad genommen“, verrät die 25-Jährige, die täglich Bier und Hendl schleppt. Und scheinbar stehen die Männer auf sie: „Gestern waren sechs Iren da, von denen mich einer heiraten wollte. Ich habe dankend abgelehnt …“
Stolze 16,8 Kilometer waren‘s am Samstag! Vroni: „Es war so voll und die Gäste waren ungeduldig beim Warten aufs Essen!“ Nach der Arbeit der Schock: Im Hinterreifen ihres Rads fand Vroni einen Achter und das Licht war kaputt.
Montag lief die 25-Jährige nur 9,7 Kilometer – die kürzeste Strecke bisher!. „Es war gar nichts los im Zelt. Bei dem schönen Wetter saßen alle Besucher draußen im Biergarten.“ Dafür amüsierte sich Vroni umso mehr über eine Gruppe betrunkener Gäste: „Die waren nur verrückt und haben lustige Sachen gesungen.“
Täglich misst die tz die Laufstrecke von Vroni im Hofbräuzelt: 11,2 Kilometer waren’s am Dienstag. Ärger am Nachmittag: „Eine Besucherin regte sich über eine angeblich schlecht eingeschenkte Mass auf!“, so Vroni. Als die Besucherin zum Nachschenken ging, fiel ihr das Bier aus der Hand – sie musste ein neues kaufen.
Wiesnbedienung Vroni musste schmunzeln über einen italienischen Gast: „Er hatte acht Münchnerinnen an seinen Tisch eingeladen und jede Mass für sie bezahlt!“ 10,2 Kilometer lief Vroni am Donnerstag – jetzt freut sie sich auf den Wiesn-Endspurt. Am Dienstag verraten wir Ihnen, wie viele Kilometer die Bedienung in 17 Tagen insgesamt zurückgelegt hat!
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