Klassische Schnitte sind angesagt

Lässig, fesch, traditionell: Das sind die Trachten-Trends 2015

Schon reingeschaut in den Kleiderschrank – und die Tracht auf Vollständigkeit überprüft? Falls Sie noch mal zum Einkaufen ausrücken  - das sind die Trachten-Trends 2015.

Wir haben für Sie bei Münchner Trachtengeschäften und Designern nachgefragt, was angesagt ist. In Sachen Tracht geht die Mode wieder zurück zur Tradition – allerdings gepaart mit frischen Farben wie Lindgrün oder Lachs. Außerdem Trendfarbe der Saison: Marsala, ein erdiges Weinrot.

Wer’s ein bissl ausgeflippter mag, setzt auf orientalische Muster am Dirndl oder temporäre Tattoos. Und die Frisur? Mit frischen Blumen im Haar liegen Sie richtig.

Das Wiesn-Dirndl: alles, was man dazu wissen muss: http://bit.ly/1glqJmC

Posted by Oktoberfest on Donnerstag, 10. September 2015

Orient auf Tracht

Designer Neat Roustemoglou.

„Wahnsinn, diese Kleider auf dem Oktoberfest!“, dachte sich Neat Roustemoglou (35). Seit 19 Jahren lebt der türkischstämmige Designer in Bayern – und kam auf die Idee, orientalische Muster mit klassischen Dirndlschnitten zu mixen. Herausgekommen ist seine erste Kollektion „Nero“, die er in seinem Atelier (Landsberger Straße 61) verkauft.

Für die edlen Stoffe ist Roustemoglou extra nach Istanbul gereist – und wurde nach langer Suche fündig. Seine Dirndl (zu tragen ohne Bluse) gibt es sogar mit echter Goldverzierung. Alle Dirndl werden in Handarbeit aus hochwertigen Stoffen gefertigt. Das hat einen stolzen Preis: zwischen 2000 und 3000 Euro kosten sie.

Leder und Spitze rocken das Dirndl

Heuer voll im Trend: Leder

Heuer nicht nur bei den Männern voll angesagt: Leder. Wer mal was Ausgefalleneres möchte, kann etwa bei Trachten Angermaier zum Dirndl mit Leder-Mieder und edler Schürze greifen (ca. 898 Euro). Und als Alternative zur traditionellen Strickjacke gibt es Jäckchen aus dünnem Ziegenleder (ca. 299 Euro). Edel! Wer lieber auf etwas Zurückhaltenderes setzt, pimpt sein Outfit mit einer Spitzenbluse (35 Euro) auf, so Nina Munz von Trachten Angermaier: „Die Blusen machen an sich schon viel her – da braucht’s dazu nicht mehr viel.“

Accessoires sind ein Muss

Witzig: Tasche im Lederhosn-Look von Daniel Fender (69,90 Euro über Lodenfrey). Schmücken jedes Dirndl: Mädchenhafte Lederkette mit Blume („MyStylecatch.com“ über Julia Trentini, 19 Euro) oder eine klassische Perlenkette mit kleinen Anhängern (etwa Lumisha über Lodenfrey, 149 Euro).

Mit Volldampf in Richtung Tradition

„In Sachen Dirndl geht’s auch heuer zurück in Richtung Tradition“, sagt Benedikt Daller von Daller Tracht. „Die Zeit der sehr kurzen Dirndl und Landhausmode ist vorbei.“ Bei den Farben recht die Palette von

Eine super schicke Alternative zum Dirndl: Trachtenrock mit Bluse.

Lindgrün über Rosé bis hin zu Bordeaux.

Eine fesche Alternative zum Dirndl: Trachtenrock (89 Euro), kombioniert zur Rüschenbluse und Strick- (69 Euro) oder Walkjacke (98 Euro). Benedikt Daller: „Das sind Stoffe beim Trachtenrock, die wir sonst für das Dirndl-Mieder oder die Schürze verwenden.“

Das Geheimnis des schwingenden Rocks

Die Münchner Dirndl- Designerin Julia Trentini (33) ist für ihre klassischen Schnitte bekannt. Seit 2006 hat sie ihr eigenes Label – und verkauft ihre Dirndl unter anderem in ihrem Laden

in der Westermühlstraße 32. Heuer sind nostalgisch-mädchenhafte Elemente wie Rüschen bei Dirndln angesagt, so Trentini.

Beispiel: Modell Jolanda (729 Euro) mit herzförmigem Ausschnitt, Blickfang- Charivari mit antik anmutender Brosche. In das schwingende Rockteil sind im unteren Bereich kleine Volants gearbeitet, die die Bewegung des Rocks unterstreichen.

Bestechend schön: Tracht zum Tattoo

Heuer dürfen Mutige auch mal echte (oder aufgeklebte) Tattoos zum Dirndl präsentieren.

Lange Zeit hat man sie ja gern eher versteckt, in dieser Saison dagegen zeigt man Tätowierungen wieder stolz vor. Und sie passen auch zum Dirndl, wie diese Kombi von Dirndlpunk beweist (Dirndlmieder 998 Euro, Rock 888 Euro, Bluse 149 Euro), Wer sich nicht gleich ein echtes Tattoo zulegen möchte, kann auch auf die angesagten Flash-Tattoos (ein Stück zum Beispiel bei Douglas 5 Euro) zurückgreifen. Die schimmern schön in Gold und Silber – und lassen sich nach dem Wiesn-Besuch wieder abmachen. Versprochen!

Die Frisur fürs Fest: Tradition ist Trumpf

Auch bei der perfekten Frisur für den Wiesnbesuch ist Tradition angesagt. „Dieses künstlich Aufgebauschte wie zu Kir-Royal-Zeiten ist nicht mehr in“, sagt Star-Friseur Wolfgang Lippert zur tz.

Stattdessen liegt Natürlichkeit im Trend. Fein fürs Fest sind zum Beispiel Flechtfrisuren – aber in rusitikaler Ausführung. „So wie früher auf dem Bauernhof.“ Damit es richtig hübsch aussieht, dürfen (frische!) Blumen und Blüten im Haar nicht fehlen. Heuer der Trend Nummer eins zur perfekten Wiesn-Frisur.

Wolfgang Lippert gibt Tipps für die perfekte Wiesn-Frisur.

Der Star-Figaro hat noch ein paar weitere Tipps: „Es sieht auch sehr hübsch aus, wenn die Haare mal nur auf einer Seite hochgesteckt werden.“ Außerdem fesch: Ein dünnes Stoffband, das zum Dirndl passt, in die Haare miteinflechten lassen. Alternativ sieht auch eine Kordel gut aus. „Schnappen Sie sich eine Freundin und lassen Sie sich die Haare beim Friseur hochstecken – da können Sie sich viele Kniffe abschauen!“

Die Mischung macht’s

Das Lodenfrey Wiesndirndl.

„Das Handwerkliche wird in Sachen Dirndl immer wichtiger“, sagt Lodenfrey-Chefeinkäuferin Gabriele Hammerschick. Auf dem aktuellen Wiesn-Dirndl (399 Euro) des Münchner Unternehmens etwa ist das Muster auf der Schürze per Handarbeit aufgedruckt. Es ist neben edlem Grau oder frischem Grün auch in der Trendfarbe des Jahres zu haben: Marsala.

Auch Dirndl mit Stehkragen sind nach wie vor angesagt. Heuer im Kommen: Entwürfe mit einem süßen Schößchen am Ende des Mieders. In Sachen Schuhe empfiehlt Hammerschick: „Damit es modern aussieht, darf frau ruhig Mode mit der Tracht mischen. Schöne Higheels oder Ballerinas sehen gut aus zum Dirndl. Ein No-Go bei den Frauen sind Haferlschuhe.“

Für die Herren der Schöpfung

Bei den Burschen darf es heuer statt eines weißen ruhig auch mal ein leicht rosafarbenes Hemd sein, sagt Trachten-Angermaier-Chef Dr. Axel Munz.

Für gesamtes Bild hier klicken.

Westen sind nach wie vor angesagt: Neben Loden gibt es sie auch in Filz, Leinen oder Leder. Männer, die gern mal ein bissl auffallen mögen, können sich eine Trachtenfliege in Leder oder aus einem edlen Stoff zulegen (bei Angermaier 29,90 Euro).

Und auch ein schöner Charivari schmückt jede Trachten-Kombi. Bei der Lederhosen fallen heuer aufwändige Stickereien und Applikationen auf, wie bei diesem Modell in Grün (Angermaier, 399 Euro). Grundsätzlich ist es wichtig, auf eine hochwertige Verarbeitung zu achten, sagt Gabriele Hammerschick von Lodenfrey. „Hochwertig bedeutet aber nicht immer hochpreisig.“

Kurze Lederhosen sind stärker nachgefragt als Bundlederhosen, sagt Benedikt Daller von Daller Tracht. „Eine schöne Weste gehört auf jeden Fall übers Trachtenhemd: Dabei sind alle klassischen Farben erlaubt.“

wei

Rubriklistenbild: © fkn

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