417.08.10|Oide Wiesn|Oide Wiesn|
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München - Klassisch, elegant und edel: Die Zeit schriller Dirndl mit Leoparden-Muster ist vorbei. Anlässlich der Jubiläumswiesn setzen die Modehäuser wieder auf volkstümliche Trachtenfarben, traditionelle Schnitte - und Froschgoscherl.

© FKN
Das Korsagen-Dirndl von Ploom gibt es bei Ludwig Beck.
Heuer besinnen sich die Trachtenausstatter wieder auf historische Stoffe, Schnitte und Farben: „Blau spielte früher eine große Rolle in der Tracht, weshalb wir die Farbe wieder aufleben lassen“, sagt Nicole Krajewski, Designerin und Einkäuferin bei Trachten Angermaier. Beerentöne seien ebenso angesagt. Und zwar in allen Nuancen - von Himbeere über Johannisbeere bis Brombeere. Eine Renaissance erleben die klassischen Trachtenfarben Rot und Tannengrün, die sich gut kombinieren lassen.
Das ist vor allem für jene praktisch, die ihr altes Dirndl mit einer neuen Schürze oder Bluse wieder salonfähig machen wollen: „Ich empfehle, mit dem alten Dirndl zu uns in den Laden zu kommen, dann können wir schauen, welche Schürze dazu passt“, sagt Krajewski, der eine tannengrüne Schürze zu einem beerenfarbenen Dirndl besonders gefällt.
Loden-Frey, der Beerentöne bereits im vergangenen Jahr in seiner Kollektion hatte, setzt heuer auf
die Farben grau und „nude“ - ein hautfarbener, zurückhaltender Ton, der auch in der Kosmetik Akzente setzt. Auch im Schaufenster von Ludwig Beck sind graue Dirndl und Janker zu sehen - „das ist sehr edel“, heißt es am Rathauseck, wo neben pflegeleichten Waschdirndln prunkvolle Festdirndl zu haben sind: „Jacquardstoffe, bestickt mit Rosen, stehen im Mittelpunkt. Schürzen sind aus Seide und handbestickt,“ sagt Andreas Kammermeier.
Zudem spielten Folkloremuster eine wichtige Rolle - Paisleymuster, indische Saristoffe und aufwendige, volkstümliche Stickereien aus Russland. Traditionell muten die Schnitte und die Schmuckelemente am Dirndl an. So greifen die Trachtenausstatter etwa die sogenannten Froschgoscherl wieder auf - kleine, froschmaulförmige und handgearbeitete Verzierungen am Rand des Dekolletés: „Das sind traditionelle Formen, die neu interpretiert werden“, erklärt Gabriele Hammerschick, Chefeinkäuferin bei Loden-Frey. Auch Perlmutt-Knöpfchen am Dekolleté seien alt-neue Zierelemente. Hammerschick vermutet, dass man heuer auf der Wiesn viele Mieder-Oberteile sehen wird - im Stil alter Tracht.
Die Trachten-Designerin Lola Paltinger hält Unterröcke heuer für unverzichtbar: „Ob aus Tüll, Taft oder Spitze: Irgendwas guckt immer unten aus dem Dirndl raus“, sagt die Inhaberin des Labels „Lollipop und Alpenrock“.
Bettina Stuhlweissenburg
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