Penzberg - Es gibt Lieder, da springen die Gäste im Festzelt auf die Tische, reißen die Hände in die Höhe und grölen begeistert mit. Auf dem Penzberger Volksfest hat ein Lied die Stimmung bei einigen gekippt.

Die "Donnervögel" bei ihrem Auftritt in Penzberg.
Am ersten Samstagabend traten auf der Berghalde die „Donnervögel“ auf. Die Partymacher sind bekannt vom Straubinger Gäubodenfest. Sie spielen auch die Art Musik, die die Stimmung im Festzelt anheizen soll und deren Texte die Feiernden selbst mit erhöhtem Promillewert mitsingen können.
In ihrem Repertoire ist auch das Lied „Mexico“ von den „Böhsen Onkelz“. Die Frankfurter Rocker sind bekannt dafür, dass sie viele rechtsradikale Fans haben. Zumindest klebte dieser Ruf sehr lange Zeit an ihnen. Als die „Donnervögel“ in Penzberg das Lied ansagten und zum Besten gaben, waren einige Gäste empört, manche verließen sogar das Zelt. So zumindest stellten es einige Gäste dar.
Max Uttendorfer, der Manager der „Donnervögel“, kennt die Geschichte von Penzberg nicht. Er weiß auch nicht, was die Penzberger Mordnacht ist und dass jedes Jahr am 28. April der 16 von den Nazis ermordeten Opfer gedacht wird. Aber er weiß, was die Menschen im Bierzelt wollen: „Spätestens nach einer Stunde verlangen die das Lied“, sagte Uttendorfer. „Mexico“ sei ein Fußballsong. „Das Lied beinhaltet nichts Böses“, so der Manager. Ihm sei auch nichts von einem rechten Hintergrund der „Onkelz“ bekannt. Aber: „Es gibt immer Leute, die sich aufregen möchten.“
Wenig Verständnis hat Festwirt Walter Fahrenschon für den „Schmarrn“. Er kennt zwar die „Böhsen Onkelz“ nicht, aber ist sich sicher: „Die „Donnervögel“ wollten auf keinen Fall provozieren.“ Sie spielen ja nicht zum ersten Mal in Penzberg. Die Stimmung sei immer gut gewesen. Keine Spur von Empörung.
Bürgermeister Hans Mummert hält die Aufregung für übertrieben. „Schlimm wäre es, wenn das Lied einen rechtsradikalen Text gehabt hätte. Dann dürfte es aber nirgendwo gespielt werden, nicht nur nicht in Penzberg“, erklärte Mummert. Er würde sich wünschen, dass sich die Leute, die sich „über so was aufregen“, auch bei der Gedenkfeier zum 28. April zeigen. „Da ist nämlich immer nur ein ganz kleiner Haufen. “
Quelle: merkur-online
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