Scherzfotograf

Die Schaustellersammlung des Münchner Stadtmuseums und alte Postkarten inspirierten den Drehbuchautor und Wahlmünchner Christopher Doherty zu seinem Wiesn-Atelier mit "Scherzfotos".

"Man muss ein bisschen verrückt sein, um auf dem Oktoberfest zu arbeiten", schätzt der Amerikaner sein Wiesn-Engagement ein, dass ihm durch den Umgang mit seinen zahlreichen Kunden den nötigen Ausgleich zu seiner "normalen" Arbeit am PC schafft.

1983 begann er mit seiner Sammlung und Umsetzung der lustigen und humorvollen Dekorationen, in denen er im gleichen Jahr erstmals die Wiesn-Gäste fotografierte: "Biersee", "Raketenflug über die Wiesn", "Der Geköpfte", nostalgisch und skurril. Jedes Oktoberfest denkt sich der gelernte Kameramann, der auch Philosophie und Film studiert hat, neue Motive aus – zum Vergnügen seines Publikums.

Es gibt Stammkunden, die jede Wiesn sich im gleichen Bild ablichten lassen, nur um zu sehen, wie sie langsam älter werden. Nie wird Christopher Doherty das Erlebnis mit den zwei blonden Kalifornierinnen vergessen, die den "Biersee" wörtlich nahmen und kurzerhand für das Foto das Oberteil entblößten, um besser "schwimmen" zu können. Ihm fiel vor Überraschung fast die Kamera aus der Hand, von den Passanten kümmerte sich aber niemand um die nackten Tatsachen.

Der Scherzfotograf liebt die Wiesn und wird die Tradition dieses Wiesn-Geschäfts hoffentlich noch lange weiterführen – 25 Jahre sind schon geschafft.

Rubriklistenbild: © fkn

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