Mein erstes Dirndl hat mir meine Oma geschenkt als ich sechs Jahre alt war. Sie brachte es mir aus dem Urlaub aus Österreich mit. Es war rot mit weißen Blümchen und hatte eine weiße Schürze. Damals wohnte ich noch in Nordrhein-Westfalen und galt mit dem Dirndl in der Schule als ziemlicher Exot. Heute, 28 Jahre später, wohne ich in München und in meinem Schrank hängt wieder ein Dirndl. Obwohl auf der Straße ständig Frauen in Dirndln zu sehen sind, fühle ich mich darin noch immer wie ein Exot. Ein bisschen wie beim Karneval. Pardon, Fasching! Irgendwie haben das Dirndl und ich noch keine richtige Verbindung zu einander. Das muss sich ändern. Mein Sommerprojekt 2012 ist deshalb ein Dirndl-Nähkurs.
Sieben Wochen lang werde ich Stoffstücke zusammennähen, Knöpfe anbringen, das Kleid mit Paspeln und Rüschen verschönern. Alles unter der Anleitung meiner Nählehrerin Kathy. Sieben Wochen Zeit, mit meinem Dirndl Freundschaft zu schließen.
Als nach drei Stunden die sieben Teile fertig vorbereitet vor mir liegen, tun mir die Finger weh – ständig habe ich mich mit den Stecknadeln gestochen. Doch die Aussicht, in der kommenden Woche bereits das Mieder zusammen zu nähen, tröstet mich. Noch fehlt mir die Vorstellungskraft, wie sich die Einzelteile zu einem Gesamtensemble zusammenfügen werden. Wird es richtig sitzen, wird der Ausschnitt auch nicht zu groß? Werde ich mich darin endlich bayerisch fühlen? Ich bin gespannt.
Nächste Woche mehr. Für Hinweise zum Schürzenstoff bin ich dankbar!
lot


© lotMeine Stoffwahl für Rock, Futter und Mieder.
© lotDie Schnittteile werden mit Schneiderkreide auf den Oberstoff übertragen.









